Workbook Studien Forschung Paartherapie Wirksamkeit

— Was Studien sagen…

Bevor ein Paar das Geld in die Hand und sich die nötige Zeit nimmt, möchte es mitunter gern wissen, ob die Beratung überhaupt Erfolg haben wird. „Hilft denn so eine Paartherapie wirklich?“, ist eine häufige Frage an mich. Ich möchte in diesem Beitrag auf einige wissenschaftliche Studien eingehen, die die Wirksamkeit von Paartherapie belegen.

Wie wird die Wirksamkeit von Paartherapie untersucht?

In der Therapieforschung besteht die Herausforderung, die verschiedenen Formen der Behandlung erst einmal zu identifizieren oder zusammenzufassen. Welche Interventionen gibt es? Welche „Schulen“ werden gelehrt und angewandt? Welche Veränderungsmechanismen wirken? Welche Rolle spielen die Behandelnden, der Kontext und Klient*innen dabei?

Zu den gängigsten Paartherapieverfahren gehören die Kognitive Verhaltenstherapie (CBCT) und Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT). Laut einer Untersuchung von 2020 unterscheiden sich beide Ansätze nicht in ihrer Wirksamkeit und helfen Paaren bei der Bewältigung von Beziehungsproblemen.

Statistik: 95 % berichten eine signifikante Verbesserung durch Paartherapie
Bild: https://blog.gitnux.com/does-marriage-counseling-work-statistics/

In kontrollierten Studien wird dann i. d. R. entweder in einem experimentellen Setting oder in tatsächlich statfindenden Sitzungen untersucht, welche Unterschiede bestehen, wenn Paare eine Therapie durchlaufen – oder sich in der sog. Kontrollgruppe befinden und keine Therapie erhalten.

Wie hoch ist die Erfolgsquote bei Paartherapie?

Die Ergebnisse zeigen, dass untersuchte Gruppen, die eine Paartherapie in Anspruch nehmen, eine niedrigere Scheidungsrate aufweisen als Kontrollgruppen. Auch bei individuellen psychischen Störungen wie Depressionen zeigt Paartherapie Wirkung. Die angegebenen Erfolgsausichten von Paartherapie im Allgemeinen schwanken zwischen 40 und 70, teils sogar 97 Prozent. Das bedeutet, die behandelten Paare waren am Ende der Therapie glücklicher als vorher.

Die Frage ist, was bedeutet Erfolg? Ist es das Ziel, in jedem Fall als Paar zusammen zu bleiben und eine Trennung zu verhindern? Nicht unbedingt. Ist es das Ziel, die (Beziehungs-)Zufriedenheit für alle Seiten zu verbessern? Schon eher. Woran der Erolg einer Paarberatung festgemacht wird, ist individuell sehr verschieden und von den Mustern, Wünschen und Problemen der beteiligten Personen abhängig.

Männerpaar in den Bergen auf Bank vor blauem Himmel

Wie langfristig sind die Verbesserungen durch Paartherapie?

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass ca. 50 % der behandelten Paare ihre Verbesserungen langfristig aufrechterhalten können. Nach fünf Jahren zeigen laut Daten von Christensen und Kollegium (2010) knapp die Hälfte der Paare einen Rückfall in konfliktbehaftete Muster. Hier schwanken die Zahlen je nach angewandter Therapieform.

Eine Garantie für Verbesserung oder Heilung wird Ihnen also niemand aussprechen können. Es gibt jedoch aus der Erfahrung einige unterstützende Faktoren, die zu einem langfristigen Erfolg der Paarberatung beitragen können:

  1. Die Konflikte nicht eskalieren lassen und früh genug Hilfe suchen. Viele Paare zögern die Therapie so lange hinaus, bis es schon zu spät ist.
  2. Den Willen zur Änderung mitbringen. Und damit ist der eigene Willen gemeint, sich selbst zu verändern.
  3. Die Gespräche ernst nehmen und erlernte Tools und Strategien nicht einstauben lassen, sondern Tag für Tag anwenden.
  4. Checkups vereinbaren. Das kann ein Termin jedes Jahr oder jedes Halbjahr sein, um zu prüfen, ob alle zufrieden sind.

Quellen: