{"id":494,"date":"2026-03-16T14:05:00","date_gmt":"2026-03-16T13:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/?p=494"},"modified":"2026-03-17T11:11:18","modified_gmt":"2026-03-17T10:11:18","slug":"wieviel-sex-ist-in-beziehungen-normal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wieviel-sex-ist-in-beziehungen-normal\/","title":{"rendered":"Wie viel Sex ist &#8222;normal&#8220;?"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading major\">Was Studien zeigen \u2013 und warum die Antwort immer individuell ist<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Frage h\u00f6re ich in meiner Praxis regelm\u00e4\u00dfig \u2013 von Paaren in einer bedeutsamen, akuten Krise genauso wie von frisch Verliebten, von Menschen in langj\u00e4hrigen monogamen Beziehungen ebenso wie solchen in offenen Konstellationen oder queeren Lebensweisen: <em>&#8222;Wie viel Sex ist eigentlich normal? Haben wir zu wenig, zu viel, oder genau richtig?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eines direkt vorweg: \u201eNormal\u201c gibt es in der Psychologie (wie so oft) bei Sex in Beziehungen nicht \u2013 es gibt nur <strong>das, was f\u00fcr alle Beteiligten stimmig ist<\/strong>. Studien zeigen aber typische H\u00e4ufigkeiten und Zusammenh\u00e4nge, die man als Orientierung nutzen kann, ohne sie als Ma\u00dfstab zu nehmen. In diesem Beitrag m\u00f6chte ich beides beleuchten: Was sagt die Wissenschaft? Und was bedeutet das wirklich f\u00fcr ein Paar oder eine Beziehungskonstellation?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading major\">Was sagt die Forschung zur H\u00e4ufigkeit?<\/h3>\n\n\n\n<p>In einer gro\u00dfen deutschen ElitePartner-Befragung von \u00fcber 7.000 liierten Personen hatten drei Viertel der Paare mindestens einmal im Monat Sex, etwa 43 % mindestens einmal pro Woche. 14 % gaben an, seltener als einmal im Monat Sex zu haben und 9 % der befragten Paare zwischen 18 und 69 Jahren haben laut eigener Aussage gar keinen Sex.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einer repr\u00e4sentativen Befragung zum Sexualverhalten in Deutschland von 2017 k\u00f6nnen Zahlen anhand verschiedener Praktiken abgeleitet werden: <strong>Innerhalb des letzten Jahres<\/strong> bez\u00fcglich des Befragungszeitpunktes gaben bspw. im Mittel <strong>M\u00e4nner ca. 33 mal<\/strong> und <strong>Frauen ca. 25 mal Vaginalverkehr<\/strong> an. Aus dieser Studie wird zudem deutlich: mit zunehmenden Alter nimmt auch die H\u00e4ufigkeit der sexuellen Aktivit\u00e4t ab. <em>&#8222;Die 25- bis 29-j\u00e4hrigen Probanden sind [&#8230;] die sexuell aktivste Altersgruppe.&#8220;<\/em>, hei\u00dft es in der Auswertung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1801\" height=\"580\" src=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/statista-haeufigkeit-2008-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-517\" srcset=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/statista-haeufigkeit-2008-1.png 1801w, https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/statista-haeufigkeit-2008-1-300x97.png 300w, https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/statista-haeufigkeit-2008-1-1024x330.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1801px) 100vw, 1801px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf etlichen Websites findet man zudem immer wieder Zahlen, die angeblich durch das <a href=\"https:\/\/kinseyinstitute.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kinsey Institute<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurden: <em>&#8222;American adults in the 18-29 age group have sex 112 times per year. In the 30-39 age group, couples have sex about 86 times per year, and over 28 % of 45-year-olds have sex once per week.&#8220; <\/em>Auch Wikipedia zitiert diese H\u00e4ufigkeiten. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich diese Angaben nicht mehr 1:1 faktenbasiert pr\u00fcfen, da sie nicht in ver\u00f6ffentlichten Papern auftauchen, sondern eher eine Sekund\u00e4r\u2011 oder Terti\u00e4rquelle zu sein scheinen. Wir haben aber gut nachvollziehbare Daten f\u00fcr Deutschland vorliegen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Frauen und M\u00e4nner zwischen 18 und 35 Jahren hatten pro Monat etwa 5-mal Sex. Bei den 36- bis 55-J\u00e4hrigen kam es etwa 4-mal im Monat dazu. In der \u00e4ltesten untersuchten Altersgruppe der 66- bis 75-J\u00e4hrigen hatten die Teilnehmenden noch einmal im Monat Sex. Die sexuelle Aktivit\u00e4t hing allgemein stark vom Beziehungsstatus ab. (GeSiD-Studie, 2021)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das obige Zitat stammt aus der GeSiD-Studie \u201eGesundheit und Sexualit\u00e4t in Deutschland\u201c, dem ersten bundesweiten, repr\u00e4sentativen Sex-Survey. Auch hier zeigt sich erneut, dass \u00e4ltere Menschen eine geringere Sexfrequenz angeben als j\u00fcngere. Das ist kein Zeichen des Scheiterns \u2013 es ist ein normaler Teil der Beziehungsentwicklung. Als pragmatische Hausnummer, die viele Erhebungen nahelegen: Viele stabile Paare landen irgendwo zwischen einmal pro Woche und mehrmals im Monat. Aber es gibt zufriedene Paare deutlich ober- und unterhalb dieser Spanne und das ist der entscheidende Punkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading major\">Sex und Beziehungszufriedenheit: Was h\u00e4ngt womit zusammen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine naheliegende Frage ist: Macht mehr Sex gl\u00fccklicher? Die Antwort der Wissenschaft ist differenziert. Mehrere Befragungen zeigen, dass bis zu etwa einmal pro Woche ein Zusammenhang zwischen H\u00e4ufigkeit und Beziehungszufriedenheit besteht \u2013 wer \u00f6fter Sex hat, berichtet im Schnitt auch eine h\u00f6here Zufriedenheit in der Beziehung. Oberhalb dieser Schwelle aber scheint die Zufriedenheit nicht weiter zu steigen. Mehr ist also nicht automatisch besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Paare, die deutlich seltener Sex haben, etwa weniger als zwei- bis dreimal im Monat, berichten im Schnitt h\u00e4ufiger \u00fcber geringere Beziehungszufriedenheit. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Ein relevanter Teil dieser Paare ist trotz seltener sexueller Aktivit\u00e4t sehr zufrieden. <strong>Das zeigt, wie wenig eine Frequenz alleine \u00fcber Gl\u00fcck oder Ungl\u00fcck entscheidet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sex ist kein isolierter Faktor, sondern ein Indikator f\u00fcr N\u00e4he, Vertrauen, Kommunikation und gegenseitiges Begehren. Er ist ein Baustein von Intimit\u00e4t, aber nicht der einzige und schon gar nicht immer der wichtigste. Wenn Sex h\u00e4ufig stattfindet und beide ihn als verbindend und lustvoll erleben, st\u00e4rkt das die Beziehung. Wenn er als Pflicht, unter Druck oder ohne echte Verbindung stattfindet, kann er sogar schaden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1801\" height=\"580\" src=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/intimitaet-unsplash.jpg\" alt=\"Intimit\u00e4t Marmor-Statue\" class=\"wp-image-522\" srcset=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/intimitaet-unsplash.jpg 1801w, https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/intimitaet-unsplash-300x97.jpg 300w, https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/intimitaet-unsplash-1024x330.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1801px) 100vw, 1801px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading major\">&#8222;Normal&#8220; aus therapeutischer Sicht<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus klinischer Sicht gilt: <strong>&#8222;Normal&#8220; ist alles, was zwischen zwei einvernehmlichen Erwachsenen passiert, f\u00fcr beide ok, lustvoll und nicht belastend ist, und weder gesundheitlich noch sozial schadet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet: Singles oder Menschen in Beziehungen, die dreimal pro Woche Sex haben und damit zufrieden sind, sind genauso &#8222;normal&#8220; wie zum Beispiel ein Paar, das zweimal im Jahr miteinander schl\u00e4ft. Menschen, die sich im asexuellen Spektrum wiederfinden, also anhaltend keinerlei oder nur sehr geringes Interesse an Sexualit\u00e4t erleben, sind dann ebenso &#8222;normal&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fokus aus therapeutischer Sicht liegt also nicht auf der Zahl. Fokussiert wird die \u00dcbereinstimmung, also die <strong>Passung der Beziehung und gelebten Sexualit\u00e4t<\/strong> und ob damit Zufriedenheit oder Leidensdruck einhergehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading major\">Wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt Situationen, in denen sich ein aufmerksameres Hinschauen lohnt \u2013 nicht weil eine bestimmte H\u00e4ufigkeit &#8222;falsch&#8220; w\u00e4re, sondern weil bestimmte Muster auf ungel\u00f6ste Spannungen oder Konflikte hinweisen k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Starker Unterschied im Verlangen:<\/strong> Wenn eine Person deutlich mehr oder weniger N\u00e4he und Sex m\u00f6chte als die andere, und darunter leidet, ist das ein Signal. Fachleute sprechen hier von einem Begehrens-Mismatch oder &#8222;Desire Discrepancy&#8220;. Das ist ein h\u00e4ufiges Thema in der Paartherapie und gut bearbeitbar.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sex als Ausweichstrategie:<\/strong> Wenn Sex vermieden wird, weil ungel\u00f6ste Konflikte, alte Kr\u00e4nkungen oder angestauter \u00c4rger im Raum stehen, ist die (geringe) H\u00e4ufigkeit nur das Symptom, nicht das eigentliche Problem.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fehlende Freiwilligkeit:<\/strong> Wenn eine Person Sex als Pflicht erlebt, als Erpressung, oder k\u00f6rperliche Schmerzen und Angst hat, verl\u00e4sst das Erleben den Bereich des Normalen und braucht dringend professionelle Begleitung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Krankheit, Medikamente, \u00e4u\u00dfere Belastungen:<\/strong> Stress, chronische Erkrankungen, hormonelle Ver\u00e4nderungen, Elternschaft oder Trauma k\u00f6nnen das Sexualleben erheblich beeinflussen. Das ist keine pers\u00f6nliche Schw\u00e4che, sondern menschlich und oft prozessbedingt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In all diesen F\u00e4llen geht es ebenfalls nicht darum, eine Normzahl zu erreichen. Es geht darum, zu verstehen, was hinter einem Muster steckt und gemeinsam eine L\u00f6sung zu finden, mit der alle Beteiligten gut leben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1210\" height=\"390\" src=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/kommunikation-gedankenblasen-austausch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-393\" srcset=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/kommunikation-gedankenblasen-austausch.jpg 1210w, https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/kommunikation-gedankenblasen-austausch-300x97.jpg 300w, https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/kommunikation-gedankenblasen-austausch-1024x330.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1210px) 100vw, 1210px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading major\">Fragen, die euch helfen, euren eigenen Ma\u00dfstab zu finden<\/h3>\n\n\n\n<p>Statt euch an Statistiken zu orientieren, empfehle ich, ehrlich miteinander und unbedingt auch mit euch selbst folgende Fragen zu stellen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Bin ich mit der aktuellen H\u00e4ufigkeit wirklich zufrieden<\/strong> oder vergleiche ich mich mit einer Idealvorstellung oder einem Richtwert von au\u00dfen?<\/li>\n\n\n\n<li><strong>F\u00fchlen sich alle Beteiligten in meiner Beziehung \u00e4hnlich<\/strong>, oder gibt es Spannungen, R\u00fcckzug, unausgesprochene Vorw\u00fcrfe, eine k\u00fcrzliche Krise?<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Was w\u00e4re mir eigentlich wichtiger:<\/strong> h\u00e4ufigerer Sex, eine andere Art von Sexualit\u00e4t (z. B. z\u00e4rtlicher, fantasievoller, experimentierfreudiger), oder vielleicht mehr emotionale N\u00e4he im Alltag?<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gibt es \u00e4u\u00dfere Faktoren<\/strong> wie Stress, Kinder, Ersch\u00f6pfung, Gesundheit, Lebensphasen, Medikamente, die unser Sexualleben gerade beeinflussen?<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Spreche ich offen \u00fcber meine W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse<\/strong> und f\u00fchle ich mich dabei sicher?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Fragen sind keine Checkliste, nach der ihr euch bewertet. Sie sind Einladungen zu einem Gespr\u00e4ch, das ohne Vorw\u00fcrfe und ohne Druck auskommen soll, sondern mit echtem Interesse an den Antworten der anderen Person oder Personen. Diese Fragen lassen sich selbstverst\u00e4ndlich auch wunderbar <a href=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/kontakt-paarberatung-berlin.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/kontakt-paarberatung-berlin.html\">in einem Paar- oder Sexualtherapie-Setting kl\u00e4ren<\/a> und erkunden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading major\">\u00dcber Beziehungsformen und Vielfalt sprechen<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Aspekt, der in vielen popul\u00e4rwissenschaftlichen Artikeln und Medienberichten zu kurz kommt: <strong>Die Frage nach &#8222;normalem&#8220; Sex betrifft nicht nur klassische Zweierbeziehungen.<\/strong> Auch polyamore Beziehungen, offene Partnerschaften, queere Lebensweisen und andere Beziehungsmodelle kennen das Thema der H\u00e4ufigkeit und Passung \u2013 oft sogar in besonders komplexer Form.<\/p>\n\n\n\n<p>In polyamoren Konstellationen etwa stellt sich die Frage: Wie viel Intimit\u00e4t, Zeit und sexuelle Aufmerksamkeit bekommt welche Person? Wie verhandeln wir das fair und offen? Wie gehen wir mit unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen innerhalb eines Netzwerks von Beziehungen um? Auch hier gibt es keine universelle Antwort. Aber es gibt die gleichen <strong>Grundprinzipien: Einvernehmen, Offenheit, gegenseitiger Respekt und die Bereitschaft, \u00fcber W\u00fcnsche und Grenzen zu sprechen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Queere Paare erleben zudem h\u00e4ufig, dass gesellschaftliche Skripte rund um Sexualit\u00e4t schlecht auf sie passen. Was in heteronormativen Beziehungen als &#8222;normal&#8220; gilt, muss f\u00fcr sie nicht gelten. Viele queere Menschen haben gelernt, ihre eigenen Normen zu entwickeln und offen miteinander zu verhandeln, was sie wirklich wollen. Oder sind zumindest im Prozess, diese ersten Schritte zu gehen. Auch hier kann eine Begleitung durch professionelle Beratung sinnvoll sein. Die F\u00e4higkeit, vermeintliche Normkonzepte zu hinterfragen, ist eine, von der alle Beziehungsformen profitieren k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Blick weg von Statistiken und Idealnormen<\/strong> hin zu eurer individuellen Situation ist der entscheidende Schritt. Es gilt, herauszufinden, was f\u00fcr die jeweiligen Menschen und deren Beziehungsform stimmig ist. Daf\u00fcr braucht es offene Kommunikation, Empathie und manchmal auch fachliche Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/nachrichten.idw-online.de\/2025\/04\/16\/haeufiger-sex-ist-ein-faktor-fuer-hohe-beziehungszufriedenheit\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/nachrichten.idw-online.de\/2025\/04\/16\/haeufiger-sex-ist-ein-faktor-fuer-hohe-beziehungszufriedenheit\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sex als Faktor f\u00fcr Beziehungszufriedenheit<\/a> (2025)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/1616-3443\/a000746\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/1616-3443\/a000746\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sexuelle Inaktivit\u00e4t und sexuelle Unzufriedenheit bei langj\u00e4hrigen Paaren<\/a> (2024)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/S00103-021-03433-7\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/S00103-021-03433-7\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GeSiD-Studie \u201eGesundheit und Sexualit\u00e4t in Deutschland\u201c\u00a0\u2013 eine kurze Einf\u00fchrung<\/a> (2021)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10508-020-01640-y\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10508-020-01640-y\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Strategies for Mitigating Sexual Desire Discrepancy in Relationships<\/a> (2020)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.elitepartner.de\/studien\/wer-haeufiger-im-bett-landet-ist-auch-in-der-beziehung-zufriedener\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.elitepartner.de\/studien\/wer-haeufiger-im-bett-landet-ist-auch-in-der-beziehung-zufriedener\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ElitePartner-Studie: &#8222;Wer h\u00e4ufiger im Bett landet, ist auch in der Beziehung zufriedener&#8220;<\/a> (2018)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/00224499.2018.1531281\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/00224499.2018.1531281\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Queer Intimacies: A New Paradigm for the Study of Relationship Diversity<\/a> (2018)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3238\/arztebl.2017.0545\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.3238\/arztebl.2017.0545\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sexualverhalten in Deutschland<\/a> (2017)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/psycnet.apa.org\/doi\/10.1177\/1948550615616462\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/psycnet.apa.org\/doi\/10.1177\/1948550615616462\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sexual frequency predicts greater well-being, but more is not always better<\/a> (2016)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/George-Foulard\/publication\/260034873_Sexual_activity_across_the_life_course_among_men_who_have_sex_with_men_a_systematic_review_of_published_data\/links\/0c96052f2546cc1791000000\/Sexual-activity-across-the-life-course-among-men-who-have-sex-with-men-a-systematic-review-of-published-data.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/George-Foulard\/publication\/260034873_Sexual_activity_across_the_life_course_among_men_who_have_sex_with_men_a_systematic_review_of_published_data\/links\/0c96052f2546cc1791000000\/Sexual-activity-across-the-life-course-among-men-who-have-sex-with-men-a-systematic-review-of-published-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Systematische Auswertung der Sexuellen Aktivit\u00e4t im Lebensverlauf bei M\u00e4nnern, die Sex mit M\u00e4nnern haben<\/a> (2014)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10508-008-9434-x\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10508-008-9434-x\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Asexuality: a mixed-methods approach<\/a> (2010)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/2340\/umfrage\/haeufigkeit-von-sex-pro-monat\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/2340\/umfrage\/haeufigkeit-von-sex-pro-monat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Statistik Sex-H\u00e4ufigkeit der 20- bis 35-J\u00e4hrigen im Monat<\/a> (2008)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1741-3737.2000.00999.x\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1741-3737.2000.00999.x\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Review: Sexuality in Marriage, Dating, and Other Relationships<\/a> (2004)<\/li>\n\n\n\n<li>Fotos: Freepik, Statista, Anne Nyg\u00e5rd (Unsplash)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Paare haben mehrmals w\u00f6chentlich Sex, andere nur alle paar Monate &#8211; und beide k\u00f6nnen damit gl\u00fccklich sein. Eine festgesetzte, &#8222;normale&#8220; Zahl in Bezug auf die H\u00e4ufigkeit von Sex in Beziehungen gibt es nicht. Die Zufriedenheit h\u00e4ngt viel mehr von der Passung der Bed\u00fcrfnisse ab.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":499,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[15,24,88,44,23,14],"class_list":["post-494","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-forschung","tag-forschung","tag-intimitaet","tag-normen","tag-sexualberatung","tag-sexualitaet","tag-studien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=494"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/media\/499"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/paartherapie-herrmann-schwarz.de\/artikel\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}